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Rechnungslegung im Umbruch


Die Rechnungslegung in Deutschland steht vor gravierenden Umbrüchen:
Um die Abschlüsse europaweit besser vergleichbar zu machen, hat die Europäische Union im Juni 2002 eine Verordnung verabschiedet, der zufolge alle kapitalmarktorientierten Konzernabschlüsse ab dem 1. Januar 2005 zwingend nach den International Accounting Standards (IAS) aufgestellt werden müssen.

Für alle anderen Konzernabschlüsse und den Einzelabschluss können die Mitgliedstaaten selbst entscheiden, ob und inwieweit sie auch hier eine Bilanzierung nach IAS vorschreiben. Diese Entscheidungen will der deutsche Gesetzgeber wohl noch zum Ende dieses Jahres treffen. Dieses Votum wird die kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland unmittelbar betreffen. Dann zeigt sich, ob diese ihren Jahresabschluss künftig

        weiter nach HGB-Regeln,
        allein nach den IAS oder
        nach HGB und zusätzlich nach den IAS

aufstellen müssen.

Die IAS werden von einer privaten Organisation in Großbritannien formuliert, dem International Accounting Standards Committee ( http://www.iasc.org.uk). Zurzeit gibt es 34 Standards, die ständig überarbeitet und ergänzt werden. Neue Standards gehen übrigens künftig unter der Bezeichnung IFRS (International Financial Reporting Standards) an den Start.

In das EU-Recht müssen die IAS (und künftig IFRS) jeweils einzeln auf dem Wege eines Anerkennungsverfahrens übernommen werden. Die Entscheidung liegt im Wesentlichen bei der EU-Kommission; das Europaparlament hat kein echtes Mitspracherecht.

Jeder übernommene Standard wird dann in allen Amtssprachen im Amtsblatt der EU veröffentlicht, also auch in deutscher Sprache. Theoretisch möglich - aber praktisch eher unwahrscheinlich - ist, dass die EU einem einzelnen Standard die Anerkennung versagt.

Für in den Vereinigten Staaten gelistete Unternehmen gilt eine Besonderheit. Sie dürfen noch bis zum Jahr 2007 allein nach den US-amerikanischen Rechnungslegungsgrundsätzen US-GAAP bilanzieren, sofern der deutsche Gesetzgeber von einem entsprechenden Wahlrecht aus der EU-Verordnung Gebrauch macht; dies wird aller Voraussicht nach geschehen.

Zu beachten bleibt für alle Unternehmen, dass bereits zwei Jahre vor der Umstellung auf die IAS die Weichen dafür gestellt werden müssen. So erfordert die zwingende Anwendung von IAS ab dem Jahr 2005, dass eine - auf einer IAS Bilanz von 2003 basierende - Vergleichsperiode 2004 auszuweisen ist. Die tatsächliche Umstellung auf die IAS wird daher deutlich vor 2005 erfolgen. Und damit ändert sich in der deutschen Rechnungslegung Einiges, denn die IAS verfolgen eine andere Philosophie als HGB-Regeln.

Statt des Gedankens des Gläubigerschutzes stellen sie das Informationsbedürfnis für den Investor in den Vordergrund. Entsprechend realistischer sollen der Gewinnausweis und die Erfassung der Risiken ausfallen; stille Reserven werden offen gelegt. Zudem sind bei den IAS die Möglichkeiten der Bilanzpolitik durch weniger Bilanzierungs- und Bewertungswahlrechte deutlich eingeschränkt. Das schlägt sich auch im Regelungsvolumen nieder: Während die IAS rund 1.000 Seiten umfassen, ist das HGB nur circa 100 Paragraphen stark.


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